Mark Braun Designer

Mark Braun – der Designer der Entschleunigung

Man könnte ihn schon fast für einen Geheimtipp halten – Mark Braun Designer – wenn er nicht schon so bekannt wäre.

Die Liste der Auszeichnungen für seine Arbeiten füllt buchstäblich Seiten. Erst dieses Jahr räumte er mal wieder einen German Design Award ab, so im Vorbeigehen.

Mark Braun Designer - Porträt Foto
Mark Braun Designer – Bild: Sonja Müller

Seit er sein Design Studio in einem ehemaligen Schallplattenpresswerk eines DDR-Musiklabels in Berlin Alt-Treptow eröffnete – längst vergangene Zeiten – war Mark Braun sehr umtriebig.

Er hat für große und bekannte Marken gearbeitet, darunter so bekannte Namen wie THONET, die NOMOS Glashütte oder Authentics.

Man kann kaum glauben, dass all diese Arbeit in den wenigen Jahren seit der Gründung 2006 Platz gefunden hat, zumal Braun daneben auch noch an mehreren Universitäten, der HKB Burg Giebichenstein, der ECAL Lausanne und als Professor an der HKB Saar unterrichtet und auch noch freie Arbeiten und exklusive Editionen für Gallerien wie Libby Sellers oder HelmRinderknecht entwirft.

Praktisch ständig an der Arbeit zu sein, scheint ihm nichts auszumachen, es scheint, als beflügle ihn das sogar.

Jedenfalls wenn man sich ansieht, wie durchdacht die meisten seiner Werke am Ende sind und wie viel überraschende Erkenntnisse in manchen von ihnen stecken.

Bekenntnis zur Entschleunigung

Etwas unüblich für einen Industriedesigner plagen Mark Braun schon immer die Gedanken an die Nachteile der modernen Industrieproduktion.

Mark Braun - Metro Nomos Glashuette - Bild: Holger Wens
Mark Braun – Metro Nomos Glashuette – Bild: Holger Wens

Ein wenig schuldig fühle er sich schon, sagte er einmal in einem Interview, dass er als Designer immer wieder neue Produkte schaffe, die dann wiederum Ressourcen verbrauchen, wenn sie hergestellt werden.

Seine Designs sind deshalb eher aufgeräumt, verwenden vertraute Grundgeometrien und archetypische Formen. Auf verschnörkeltes und Übermäßiges verzichtet er völlig.

Vielleicht ist gerade das eines der Geheimnisse seines Erfolgs – es ist das, was Menschen sich unterbewusst vielleicht wünschen, was sie mögen und was sie anspricht.

Dazu hat jedes Produkt einen wirklichen Nutzen, ist eine wirkliche Weiterentwicklung, eine Verbesserung des bisher Dagewesenen.

Dafür geht Mark Braun durchaus kritisch und streng analytisch vor – „was braucht der Blumentopf, damit man auf einen Untersetzer verzichten kann?“

Allzuoft leistet er Aufräumarbeit bei den Produkten – eine der wertvollsten Verbesserungen, die im Design überhaupt möglich sind.

Mark Braun ist einer der Designer, auf die man vermutlich in Zukunft noch viel mehr hören sollte, auf seine Ideen, auf seine Herangehensweise. Die Liste der Auszeichnungen und Awards zeigt aber immerhin, dass man ihm zuhört.

Wenn wir alle in dieser Weise weiterdenken, wird die Zukunft vielleicht doch positiv – nicht nur im Designbereich.

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